Workshop: All inclusive? Behinderte Frauen, Queers und Trans*Personen in Sichtbarkeitskulturen der Gegenwart.

Samstag, 15. Juli 2017
11:00-13:00 und 14:00-16:00 Uhr
(4-stündiger Workshop mit Pause)
JUZ, Günter-Sare-Saal
all gender

Die Disability Studies erforschen das Phänomen „Behinderung“ als historische, soziale, politische und kulturelle Konstruktion. Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns in diesem Workshop mit der Rolle von Repräsentationen, Medien und Kultur und fragen nach Konstruktionsweisen, die Binaritäten wie normal/unnormal, behindert/nicht behindert oder männlich/weiblich herstellen. In den Medien spielen spezifische Bilder über die angebliche Identität des Anderen eine wichtige Rolle, hier entstehen Prozesse des Othering. In diesem Setting wird das Fremde, das Abweichende und/oder Deviante hergestellt. In dem Workshop wollen wir uns deshalb mit Sichtbarkeit beschäftigen und diese in Beziehung setzen zur gegenwärtigen Formen der Sichtbarkeit bei Behinderung und chronischer Krankheit, Queers und Trans*Personen. Ebenso sollen Formen der Sichtbarkeit bei behinderten Trans*Personen und behinderten Queers diskutiert werden.

Dr. phil. Heike Raab
Universität Tübingen, Erziehungs- und Politikwissenschaftlerin


Safer Sex für alle! Ein Workshop mit KOSI.MA

Samstag, 15. Juli 2017
11:00-13:00 Uhr
JUZ, Infoladen
FLTI* only

Wie geht Safer Sex jenseits der heteronormativen Welt? Wie kann ich mich schützen? Muss es immer ein Kondom sein? Worauf muss ich achten? Welche Infektionen gibt es und wie sind sie behandelbar?

In diesem Workshop zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen werden Grundlagen zu Übertragung, Schutz und Behandlung vermittelt. Gern gehen wir zusammen auch auf alle möglichen (Safer) Sex-Konstellationen und -Praktiken ein, die ihr euch vorstellen könnt. Alles darf gesagt werden! Wir arbeiten grundsätzlich freiwillig und so anonym und geschützt wie möglich.

Lisa Schlode macht Beratung, Prävention und Aufklärung mit dem Schwerpunkt der Zielgruppe Frauen bei KOSI.MA, dem Kompetenzzentrum für sexuell übertragbare Krankheiten in Mannheim.


Vortrag: Inter* – politische Kämpfe und Entwicklungen. Eine Einführung

Samstag, 15. Juli 2017
14:00-16:00 Uhr
Altes Volksbad
all gender

“Seit Mitte der 1990er Jahre finden mehr und mehr Intersex*-Menschen in Europa und überall auf der Welt den Mut, den sie brauchen, um ihre Stimmen zu erheben und die Verletzung der Menschenrechte, unter denen viele leiden, zu verurteilen. Um dies zu tun, mussten sie Geheimhaltung, Scham, Pathologisierung oder Selbst-Pathologisierung und das immense gesellschaftliche Nicht-Wissen über die Belange (oder die schiere Existenz) von Intersex*-Menschen überwinden. Diese Herausforderungen waren – und sind es immer noch – schwer zu überwinden“ (Dan Christian Ghattas, Miriam van der Have; OII Europe)

Der Vortrag wird eine Einführung in eben diese Belange von Intersex*-Menschen geben und die politischen Kämpfe um Inter* (mit dem besonderen Fokus auf Pathologisierung und rechtlicher Anerkennung) nachzeichnen. Im Anschluss soll die Möglichkeit diskutiert werden, wie Allyship in Bezug auf Inter* aussehen kann oder soll.

Anike Krämer ist Sozialwissenschaftlerin und promoviert zum Thema Alltagserleben von Eltern intergeschlechtlicher Kinder. Neben dem Wissenschaftskram arbeitet sie in feministischen Zusammenhängen mit und hofft immer noch, dass sich bald alles zum Guten wendet.


Vortrag: Trans* und Elternschaft

Samstag, 15. Juli 2017
16:00-18:00 Uhr
JUZ, Günter-Sare-Saal
all gender

Artikel, Blogs, Bücher – in den letzten Jahren boomen Publikationen rund um feministische Elternschaft. Die Perspektiven von trans* Eltern jedoch werden marginalisiert und kommen leider immer noch viel zu kurz. Insbesondere wenn es um Elternschaft geht, sind die Biologismen nicht weit. Rix Weber interviewte Eltern, welche erst nach der Geburt der Kinder ihr trans* Coming Out hatten. In diesem Vortrag werden erste Ergebnisse der Forschung präsentiert: Es geht um Rollenanforderungen, die sich ändern, Widersprüche um Selbstbeschreibungen (Der Mama? Die Papa?), um Kindeswohl in vermeintlicher Gefahr und um Handlungsoptionen – nicht nur für Eltern.

Rix Weber studiert an der Universität Göttingen im Master Geschlechterforschung und ist Elter* von zwei Kindern. Rix ist trans*aktivistisch und queer-feministisch unterwegs.


Interaktiver Vortrag: Queer und Muslimisch in einer postkolonialen Welt. Ein Dialog zu Dynamiken und Divergenzen

Samstag, 15. Juli 2017
16:00-18:00 Uhr
Altes Volksbad
all gender

Das Attentat von Orlando, die zunehmende Verfolgung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in vielen muslimischen Gesellschaften sowie Übergriffe auf schwule, lesbische und trans* Geflüchtete in deutschen Unterkünften haben das Verhältnis von Muslim*innen zu Körperlichkeit, Sexualität und Geschlecht verstärkt in die gesellschaftliche Wahrnehmung gerückt. In einem ersten Teil wird der Workshop einen Blick auf die Auseinandersetzung klassischer islamischer Gelehrsamkeit mit Fragen zu rechtmäßigem und unrechtmäßigem Sex werfen, Leerstellen und Mehrdeutigkeiten in islamischen Rechtspraktiken diskutieren und auf Basis historischer Quellen und aktueller ethnographischer Studien in die Komplexität von Geschlechterrollen und Sexualitätskonzepten in der Islamischen Welt einführen. In einem zweiten Teil wird die Veranstaltung diskutieren, wie Fragen um Sexualität und Geschlecht im Zuge von Kolonisierung und Dekolonisierung ins Zentrum säkular-modernistischer, nationalistischer und islamischer Identitäts- und Biopolitiken rückten – und der Frage nachgehen, warum es bei der Verfolgung von LSBT*IQ-Personen in muslimischen Gesellschaften heute um weit mehr geht als ‚nur’ um Sexualmoral.

Leyla Jagiella (Religionswissenschaft Universität Bayreuth/Liberal-Islamischer Bund e.V.) und Danijel Cubelic (Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg)


Vortrag: rape revisited – Warum wir über sexualisierte Gewalt sprechen, wie wir darüber sprechen

Samstag, 15. Juli 2017
18:30-20:30 Uhr
JUZ, Günter-Sare-Saal
all gender

Die Silvesternacht 2015/16 in Köln, Pussy-Grabbing-Kommentare des amerikanischen Präsidenten, date rape,… Am Thema Vergewaltigung entzünden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft gegenüber Geschlecht, Sexualität und Verletzbarkeit. Doch trotz breiter medialer Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende, sachliche Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen. Mithu M. Sanyal schließt diese Lücke. Sie zeichnet nach, wie über die Jahrhunderte nicht nur Sexualität, sondern auch Gewalt gegendert wurde und betrachtet in diesem Zusammenhang auch die Rolle, die Rassismus spielt. Von Augustinus bis #ausnahmslos, über Foucault, feministische Kämpfe um die Anerkennung von Vergewaltigung bis hin zu Trans*rechten geht Sanyal der Frage nach, wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann. Was heißt »Nein heißt nein«? Was heißt »ja heißt ja«? Und was bedeutet Konsens wirklich?

Dr. Mithu Melanie Sanyal ist Journalistin und Autorin.


Konzert mit Fartuuna und Personal Best

Samstag, 15. Juli 2017
ab 21:00 Uhr
JUZ, Café
all gender

In den unterschiedlichsten Farben bereist Fartuuna mit ihrer Ukulele singenderweise Origamilabyrinthe, Blumenbeete voller aschfahler Neurosen, die Welten ihrer Lieblingsvideospiele, gönnt sich dann und wann mal eine Fee. Dabei lacht sie schon aus Prinzip lauter. Nicht nur, aber auch dem Alltagsrassismus ins Gesicht. Und, wie sie in einem ihrer Lieder singt, »…das ist auch gut so!«

Personal Best aus Portsmouth (UK) machen Power Pop der an den Indie Rock der 90er erinnert.

Das Konzert wird Eintritt kosten.

Lady*Fest-Abschluss-Party

Im Anschluss an das Konzert steigt die Party und bildet den rauschenden Abschluss eines grandiosen Wochenendes.

Eintritt gegen Spende.